|
„In jeder Krise steckt eine Chance.“ Dieser in letzter Zeit häufig zitierte Satz klingt wie eine Durchhalteparole. Wo wäre die Chance für das Münchner Taxigewerbe?
Weltwirtschaftskrise, Rezession, schlechte Entwicklungen bei den Firmen, steigende Zahlen in der Arbeitslosenstatistik: Das sind die täglichen Themen in jeder Zeitung auf fast jeder Seite. Auch am Taxigewerbe geht die aktuelle Entwicklung nicht spurlos vorbei. Kolleginnen und Kollegen können von den längeren Wartezeiten und den immer größeren Fahrzeugschlangen an den Taxiständen und meist darüber hinaus ein Klagelied singen.
Immer häufiger wird laut und hartnäckig die Frage gestellt, warum man denn nicht im vergangenen Jahr, als die Spritpreise so hoch waren, eine Tariferhöhung durchgesetzt hat. Vor einem Jahr hätte jeder Fahrgast Verständnis für Preiserhöhungen gehabt. Heute wäre eine Akzeptanz für höhere Tarife sicher nicht zu erwarten, weswegen es auch keiner mehr wagt, das Thema ernsthaft anzusprechen. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung sich nicht entspannt, dann werden wir also auch 2010 noch dieselben Fahrpreise verlangen wie im Jahr 2005. Massive Kostensteigerungen in diesem Zeitraum (beispielsweise die Prämienerhöhung mancher Kfz-Versicherer) oder auch nur der Inflationsausgleich für die vergangenen fünf Jahre Jahren können demzufolge nur durch noch längere Arbeitszeiten aufgefangen werden. „Wie soll das gehen in Zeiten der Rezession und der damit einhergehenden deutlichen Umsatzeinbußen?“, klagen die Kollegen.
Schlechte Nachrichten und sinkende Umsätze zwingen nahezu jeden von uns, sich noch mehr Gedanken zu machen und neue Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen. Wenn beispielsweise die Verkehrsbetriebe schon jetzt ankündigen, in diesem Herbst nicht auf die regelmäßige Preiserhöhung verzichten zu können (oder besser zu wollen?), sollten wir endlich die längst überfällige Gegenrechnung aufmachen: Da für Taxis die Preise nicht erhöht werden, ist ab Herbst eine Fahrt für drei Personen von der Innenstadt nach Bogenhausen günstiger als die Fahrt dieser drei Personen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln! Ganz zu schweigen von der Flughafentour mit acht Personen in einem Taxibus. Derartige Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen.
 Selbstbewusster Kostenvergleich: Schon ab drei Personen ist das Taxi für bestimmte Strecken das günstigste Verkehrsmittel. Bitte weitersagen! ©elefoto
Die Aufgabe der Taxiunternehmer, ihrer Fahrer und der Gewerbevertretungen kann also nur sein, solche Kostenrechnungen werbewirksam unter die Münchner Bürger zu bringen. Wenn diese preisgünstige Alternative dann auch noch mit guter Dienstleistung und positiver Stimmung im Fahrzeug durchgeführt wird, dann wird das gesamte Taxigewerbe auch schnell wieder steigende Umsätze erreichen.
Ganz offensichtlich haben dies bereits sehr viele Kolleginnen und Kollegen verstanden. Beim Taxiverband München gehen derzeit sehr viele Anfragen nach entsprechender Unterstützung durch Seminare und Gruppendiskussionen ein. Viele der Anfragen beziehen sich auf Themen wie den Umgang mit „schwierigen oder anspruchsvollen“ Fahrgästen. Ansteigend sind aber auch die Erkundigungen, was es denn sonst noch für Möglichkeiten gibt, um als Fahrer noch besser auf Fahrgäste und deren Wünsche einzugehen.
Aus diesem Grunde bietet der TVM am Mittwoch, 27. Mai 2009, ein weiteres Mal ein Seminar zum Thema „Umgang mit schwierigen Situationen“ an. Dabei geht es primär darum, wie problematische Fahrten souverän und kompetent gelöst werden können. Das Seminar findet von 12:00 bis 16:00 Uhr in den Räumen des TVM in der Rosenheimer Straße 139 statt und kann bei Bedarf und Interesse weitergeführt werden. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal acht Personen beschränkt, eine Anmeldung ist daher unbedingt nötig. Der Kostenbeitrag beträgt 25,00 Euro pro Teilnehmer.
|